Angela Johann-Gedrat

Praxis für Körperpsychoherapie und systemische Supervision



Ess- Störungen

 


Essen - ein sinnlicher Genuss?

Normalerweise wird die Nahrungsaufnahme durch Körpersignale wie Hunger oder Durst gesteuert. Essen und Trinken ist mit einem Gefühl von Genuss, Zufriedenheit und auch Geborgenheit verbunden. Wird der Alltag bestimmt von der zwanghaften Beschäftigung mit dem Thema Essen oder Gewicht und das Essen missbraucht zur Regulierung von Gefühlen, liegt eine Ess- Störung vor. Gestörtes Essverhalten ist- trotz großem Leidensdruck- häufig ein Selbstheilungsversuch, der dazu dient, mit Anforderungen, Problemen und Belastungen im Leben besser zurechtzukommen. Häufig hat die Ess- Störung die Funktion der Entlastung, Entspannung und der Betonung der eigenen Autonomie. Zu den Essstörungen zählen:  

Binge- Eating- Störung (Binge Eating Disorder)
Bulimie (Bulimia nervosa) oder Ess- Brech- Sucht
Magersucht (Aneroxia nervosa) 

Adipositas                                                            

Atypische Essstörungen

Auffallend ist der hohe Anteil (bis zu 90%) von betroffenen Mädchen und Frauen, der prozentuale Anteil der Männer ist in den letzten Jahren von 2% auf 10% gestiegen.

Verschiedene Ursachen werden dafür vermutet:

  • innerseelische Konflikte aufgrund der individuellen Lebensgeschichte (Mangel, Vernachlässigung, Gewalt)
  • rigide weibliche Schlankheits- und Schönheitsideale
  • unterschiedliche Sozialisation von Mädchen und Jungen (Anpassung und Aggressionshemmung bei Mädchen)
  • sich verändernde familiäre und gesellschaftliche Strukturen